KPI steht für Key Performance Indikatoren (Definition auf Wikipedia) und ist eine Kennzahl aus der Betriebswirtschaftslehre. Durch sie wird der Fortschritt hinsichtlich einer Zielsetzung bemessen. Umgangssprachlich reden wir auch von Indikatoren oder Leistungsindikatoren, Kennzahlen, Leistungskennzahlen oder Schlüsselkennzahlen und Kenngrößen. Gemeint ist immer dasselbe: eine Metrik, die wir messen und analysieren können, um Erfolge oder Misserfolge aufzudecken.
Im Online Marketing sind KPIs essentielle Kennzahlen um z.B. SEO Erfolge, wichtige Website Metriken oder auch Leads zu messen, die direkt den Unternehmenszielen unterliegen. Doch was solltest du konkret messen und wie werden diese Daten richtig interpretiert?

Meine KPI ist nicht deine KPI!

Die Erfahrung zeigt, dass Key Performance Indikatoren leider viel zu selten an den Zielen des Unternehmens ausgerichtet sind, sondern oft von Online Marketing Tools übernommen werden. Das ist nicht unbedingt schlecht, aber eben auch nicht optimal im Hinblick auf die Optimierung und Erfolgsmessung von Kampagnen. Schließlich wollen wir das Wachstum von z. B. Werbemaßnahmen oder Suchmaschinenoptimierung tracken. Wir gliedern die KPIs daher in 3 Stufen, um deren Aussagekraft auch gezielt betrachten zu können. Welche das sind, erfährst du jetzt:

1. Stufe – Allgemeine SEO KPI

Bei der 1. Stufe werden Kennzahlen herangezogen, welche in der Regel durch Online Marketing Tools wie Sistrix, Searchmetrics oder XOVI definiert wurden. Diese Leistungskennzahlen richten sich vor allem auf SEO Werte aus wie:

  • Sichtbarkeit der Website im Internet
  • Anzahl der Rankings in Suchmaschinen
  • Quote der Top Rankings in Suchmaschinen
  • Durchschnittliche Position der Rankings in Suchmaschinen
Allgemeine KPIs von XOVI
Übersicht der allgemeinen KPIs von XOVI

Interpretation:

Diese Kennzahlen sind bestens geeignet um z.B. Wettbewerbsanalysen durchzuführen oder auch die digitale Reichweite der Website zu analysieren und zu optimieren.

2. Stufe – Website KPI

Wenn du den User auf deiner Website besser verstehen, bzw. Schwachstellen auf der Website aufdecken und überwachen möchtest, dann ist die 2. Stufe für dich richtig und wichtig. Hier einige Beispiele:

  • Website Performance / Ladezeit – schon mal daran gedacht? denn mit einer langsamen Ladezeit sinkt auch die Chance auf mehr Leads. Maximal 3 Sekunden (laut Google) sollte es dauern, bis die Seite komplett geladen wurde.
  • Besuchsdauer / Verweildauer – Du kennst deine Inhalte am besten. Wie lange würdest du benötigen um deine Inhalte zu konsumieren? 60 Sekunden oder vielleicht 4 Minuten?
  • Bouncerate / Absprungrate – hast du erst mal einen Besucher auf deiner Seite, möchten wir diesen natürlich „behalten“. Schade, wenn er nach nur einer Seite die Website wieder verlässt.
  • Pageviews / Seitenaufrufe – die Anzahl der Seiten die deine Besucher aufrufen, kann eine wichtige KPI sein, wenn du z.B. FAQs, Rezepte oder auch Produkte anbietest.
  • Conversions – Wie gut konvertieren deine Besucher und wie haben sie zuvor mit der Website interagiert?
Beispiel Website Performance KPIs von www.gtmetrix.com

Interpretation:

Durch die Anwendung dieser Kennzahlen der Stufe 2, schaffst du eine Überwachung und Erfolgsmessung der Arbeitsweise deiner Website. Durch das Analysieren oben genannter Website KPIs kannst du Optimierungen dort durchführen, wo der Bedarf am größten ist. Du kannst auch unterschiedliche Zielgruppen analysieren und deren Interaktionen im Zusammenspiel mit deiner Website messen. Das hilft bei dir beim Optimieren der Usability, Userexperience oder beim generieren von User-oriented Content. Um diese Metriken easy auszuwerten schau dir gerne unser Online Marketing Dashboard an.

3. Stufe – Ausrichtung der KPI an Unternehmenszielen

Willkommen in der Profiliga! Mit den KPIs der 3. Stufe stimmst du die Leistungsindikatoren mit deinen individuellen Unternehmenszielen ab und erhältst den Impact dort, wo dein Unternehmen den größten Nutzen hat. Dabei ist es wichtig sich mit jenen Verantwortlichen abzustimmen, die über die strategischen Ziele des Unternehmens Bescheid wissen. Im Kollektiv können dann Kennzahlen definiert werden, welche an den Zielen des Unternehmens ausgerichtet sind. Hier einige Fallbeispiele:

  • Merklisten – Wie interagieren die User mit einer Merkliste und werden dort meine besten Produkte gespeichert?
  • User Login – Wie oft und wann melden Sich User an der Website an, um was zu tun? z.B. Nutzung des Online Bankings.
  • Website Suche – Was wird wann gesucht und führen die durchgeführten Suchanfragen auch zum Ziel oder verlässt der User die Seite?
  • Medienkonsum – hast du z.B. zahlreiche Videos auf der Website ist es wichtig zu wissen, ob diese auch angesehen werden. Was bringen Videos, die der User bereits nach 10 Sekunden verlässt?

Interpretation:

Abhängig von den Unternehmenszielen spielen dir diese KPIs voll in die Karten und du kannst den digitalen Erfolg messbar optimieren. Wenn du diese Kennzahlen nachhaltig analysierst erfährst du wichtige Daten über deine Zielgruppen und Unternehmensbereiche.

Beispiel für eine KPI, die vor dem Verlassen der Seite, dem Besucher ein Noexit Popup zeigt und ihn dazu einlädt, seine Merkliste per Mail zu verschicken. Screenshot aus Google Analytics.

Fazit

KPIs sind enorm wichtige Kennzahlen, die im Online Marketing ein enormes Potential zur Optimierung mit sich bringen. Durch sie erhalten wir ein umfassenderes Bild zu unserer Website und den damit in Verbindung stehenden Maßnahmen, Kampagnen und Zielgruppen. Durch die 3 Stufen kannst du nun selbst entscheiden, wo deine Reise hingehen soll: SEO, Onpage oder orientiert an den Unternehmenszielen. Solltest du dir bei deinen KPIs unsicher sein, können wir dich gerne unterstützen.

Thomas Nething

Thomas Nething

Zu Zeiten wo jeder noch auf Fireball, web.de und Co. gesetzt hat, ist Thomas Nething die Themen Suchmaschinenoptimierung und Onlinemarketing für sich entdeckt. Seither hat es ihn nicht mehr losgelassen. Über die Zeit hinweg hat er zahlreiche eigene Webprojekte, Unternehmen und Agenturen betreut. Zu seinen Schwerpunkten zählen neben der Beratung und strategischen Ausrichtung von Marken auch die Webanalyse und Entwicklung von Onlinemarketing Dashboards. Seine Erfahrungen teilt er gerne in Workshops, Projekten und Konferenzen.

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