Hast du dich schon mal gefragt, durch welche Art von Keywords deine Besucher auf die Website kommen? Sind es Keywords mit Markenbezug oder allgemeine Keywords z.B. zu Produkten oder Dienstleistungen?

Marke über Alles! Deine Marke ist digital enorm wichtig. Nicht nur für Suchmaschinen, sondern generell für die Wahrnehmung im digitalen Kosmos. User/Konsumenten verbinden sich mit den Werten deiner Marke und werden im besten Fall zu echten „Fans“. Diese Analyse ist total spannend, denn wer möchte nicht wissen, wie sich seine Marke im Vergleich zu allen anderen Keywords entwickelt und wie sich letztendlich das Verhältnis des Traffics durch Google zusammensetzt.

Welche Keywords performen besser in Google: Marke oder Produkte?

Mögliche Erkenntnisse der Analyse:

  • Entwicklung der Wahrnehmung für deine Marke
  • Entwicklung der Wahrnehmung für deine Produkte oder Dienstleistungen
  • Saisonale Peaks für Marke und/oder Produkte
  • Starke Rankings (Positionierungen auf der Google Suchergebnisseite) deiner Website
  • Ggf. schwache Klickraten (CTR) auf gute Rankings

Anmerkung: Wenn du einen starken Brand hast wie z.B. Nestle, BMW oder Ikea, dann wird der Anteil an Keywords mit Markenbezug i.d.R. immer höher sein als Keywords ohne Marke.

Wie messe ich die Bekanntheit meiner Marke?

Generell gibt es 2 Optionen die ich dir vorstellen möchte. Ich habe mich für diese entschieden, da man mit etwas Grundverstädnis schon gute Ergebnisse erzielen kann.

  1. Google Search Console
  2. Google Trends

1. Mit der Google Search Console die Markenbekanntheit analysieren

In diesem Artikel möchte ich auf die Analyse mit der Google Search Console eingehen. Wenn du bereits die Google Search Console für deine Website nutzt, kannst du direkt loslegen. Öffne die GSC und wähle links in der Navigation „Leistung“.
Solltest du noch keine GSC im Einsatz haben, dann musst du diese vorab einbinden und einige Daten sammeln (ca. 2-4 Wochen). Wie das geht erfährst du hier.

Schritt für Schritt zur Analyse der Markenbekanntheit mit der GSC:

  1. Auf „NEU“ klicken (Bild 1)
  2. Auf Suchanfrage klicken
  3. Wähle im Dropdown (Bild2)
    • Suchanfragen mit (auswählen)
    • Suchanfragen ohne
    • Suchanfrage ist genau (das benötigen wir aber in diesem Fall nicht)
  4. Bei „Meine Marke“ (siehe Bild „Suchanfrage) gibst du den Markennamen ein
Bild 1. Einblick in die Google Search Console. Schritt 1 bis 2 zur Analyse deiner Markenbekanntheit

Bild2. Schritte 3 und 4. Wähle ob du Keywords mit oder ohne Markennamen ausgeben möchtest.

2. Weiterverarbeitung der Keyworddaten mit Markenbezug

Nachdem du die oben genannten Schritte durchgeführt hast bekommst du eine Auflistung aller Keywords die deinen Markennamen enthalten. Wenn du magst, kannst du noch den Zeitraum anpassen. Am aussagekräftigsten ist es, wenn du die Auswertung über einen Zeitraum von 12 Monaten machst. Dann erkennst du ggf. auch saisonale Schwankungen.

Um ein schickes Diagramm aus den Daten zu generieren, müssen die Daten für jeden Monat in eine Tabelle eingetragen werden (Bild3). Verwende dafür z.B. Google Tabellen.

Bild 3. Tabelle mit Daten (Monat, Anzahl Keywords, Impressionen, Clicks, durchschn. Position) zu Keywords mit Markenbezug

3. Keyworddaten ohne Marke oder für Produkte

Weiter geht es mit Keywords für Produkte, Dienstleistungen oder generell einfach ohne den Markennamen. Springe dazu zu Punkt 4 zurück und nutze die Filter (Punkt 3) wo wir zuvor den Markennamen eingetragen haben.

Tipp: Ich werte generell alle Keywords mit Marke und im 2. Schritt alle Keywords ohne Marke aus.

Das genügt in der Regel um die Entwicklungen, Stärke und das Verhältnis der Marke oder Produkte zu erkennen. Hier kommt es immer darauf an, welchen Content du auf der Website anbietest (Produkte, Dienstleistungen, Unternehmensinformationen, Verfahren, Kurse, etc)

Bild4. So sieht die fertige Tabelle für Suchanfragen mit und ohne Markennamen aus.

4. Aufbereitung der Diagramme

Wenn du die Inhalte in deine Tabellen übernommen hast kannst du jetzt die Diagramme generieren. Der Einfachheit wegen verwende ich gestapelte Flächendiagramme (Bild 5). Dadurch sieht man sehr schön das Verhältnis von Suchanfragen mit und ohne Markenname

Bild5. Visualisierter Vergleich (Gestapeltes Flächendiagramm) der Suchanfragen mit und ohne Marke. Wer macht das Rennen?

Analyse des Charts für Keywords mit und ohne Marke im Suchwort

Wie wir in diesem Beispiel unschwer erkennen können dominieren die Keywords ohne Markenname sehr deutlich. Interessant finde ich den Peak im Mai, Juni, Juli auf Seite der Keywords mit Markennamen. Das ist darauf zurückzuführen, dass im April eine Messe stattfand wo sich das Unternehmen präsentierte. Das führte zu einer Steigerung der Präsenz und somit zu einem erhöhten Suchvolumen für Begriffe mit Markenname.

5. Welche Keywords werden in Google besser positioniert?

Vergleich der Positionen mit und ohne Brand im Keyword
Bild 6. Verlauf der durchschnittlichen Positionierung der Inhalte in Google. Getrennt nach Keywords die den Markenamen enthalten und ohne Marke.

Soviel vorab: Suchmaschinen wie Google bevorzugen Marken in der Positionierung der Suchergebnisse. Daher wird es immer leichter sein mit Markeninhalten zu ranken und gefunden zu werden.

Analyse des Charts für die durchschnittliche Positionierung

In obigem Chart (Bild 6) sehen wir die durchschnittliche Position unserer Websiteinhalte auf den Suchergebnisseiten in Google. Die Y-Achse steht für die Position in Google. Angefangen von Seite 1, Position 1 bis Position 30 die dann auf der 3. Suchergebnisseite zu finden ist.
Hier fällt auf, dass die Keywords, welche den Markennamen beinhalten, mindestens doppelt so gut positioniert werden. Diese Keywords befinden sich von Januar bis Dezember zwischen Position 8 und 12.

Ist die Positionierung zwischen Rank 8 und 12 in Google für Keywords mit Markenbezug gut oder schlecht?

Generell ist das schon mal nicht schlecht. Jedoch sollten diese Keywords unter den top 3 bis top 5 Positionierungen in Suchmaschinen gelistet werden. Denn wenn das nicht der Fall ist, verliere ich potentielle Interessenten für meine Marke an andere Websites. Das kann der Fall sein wenn:

  • die Marke in anderen Websites ein Thema ist
  • Shops z.B. die Marke im Portfolio haben
  • es ähnliche oder gleiche Markennamen gibt, die evtl. sogar ähnliche Dienstleistungen oder Produkte anbieten

Jetzt könnte man noch tiefer in die Analyse gehen und z.B. die Click Through Rate (CTR) unter die Lupe nehmen. Denn eine niedrige CTR bedeutet, dass die Positionierung entweder zu schlecht ist (was in unserem Beispiel nicht der Fall ist) oder aber die Titles und Descriptions, also die Vorschau auf eure Inhalte (Bild 7) nicht attraktiv genug sind. Doch das ist ein anderes Thema.

Bild 7. Durch die Optimierung dieser 3 Inhalte auf deiner Website kannst du die CTR steigern

Fazit:

Der Zeitaufwand für diese Analyse beträgt, je nachdem wie fit man in der Google Search Console und in der Tabellenverarbeitung ist, etwa 3 bis 5 Stunden (BOMT User ca. 2 Minuten).

Meiner Meinung nach lohnt sich dieser Aufwand für die Analyse absolut und bringt einen deutlichen Mehrwert für die Brandstrategie. Du erkennst up&downs für Marke/Produkte/Dienstleistungen sowie Zusammenhänge der Begriffe mit denen User suchen und Inhalte deiner Website gefunden werden. Dies ist ein super Input um daraus lernen, ob die Wahrnehmung seitens Google für deine Inhalte zutrifft.

Thomas Nething

Thomas Nething

Zu Zeiten wo jeder noch auf Fireball, web.de und Co. gesetzt hat, ist Thomas Nething die Themen Suchmaschinenoptimierung und Onlinemarketing für sich entdeckt. Seither hat es ihn nicht mehr losgelassen. Über die Zeit hinweg hat er zahlreiche eigene Webprojekte, Unternehmen und Agenturen betreut. Zu seinen Schwerpunkten zählen neben der Beratung und strategischen Ausrichtung von Marken auch die Webanalyse und Entwicklung von Onlinemarketing Dashboards. Seine Erfahrungen teilt er gerne in Workshops, Projekten und Konferenzen.

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